Letterboy #2

Am nächsten Tag in der Schule erzählte ich Chayenne nichts von meiner Begegnung am Bahnhof.
Ich behielt alles für mich. In der Hoffnung das sie mir nichts anmerken würde.
Ich hatte am Abend zu vor kaum einschlafen können. Meine Gedanken waren einfach zu laut. Dem entsprechend fertig sah ich heute morgen aus. „Warst du gestern etwa feiern? Ohne mich?“, fragte mich meine beste Freundin an diesem Morgen argwöhnisch.
Nein. Das war ich nicht. Viel schlimmer. Ich hatte mir den Brief gestern Abend immer und immer wieder durch gelesen. Immer mehr Fragen ohne Antworten im Kopf. Emil. Emil. Emil. Immer wieder tauchte der Name des Jungen in meinem Kopf auf.
Dieser Moment gestern am Bahnhof, als wir uns einfach nur angesehen haben. Als würde um uns herum die Zeit stehen bleiben.
Seltsam.
In dem Brief hatte gestanden:
„Liebe Nele,
Du wirst mich nicht kennen. Aber ich kenne dich. Das klingt jetzt als würde ich dich stalken. So ist es aber nicht. Ich kenne dich anders. Tief in meinem Inneren. In dem Moment als wir uns berührt, nein gesehen haben, wusste ich das du diejenige warst die mir schon seit Wochen nicht mehr aus dem Kopf geht.
Ich würde dich gerne wieder sehen.
Dein Emil.

PS. Dir ist gestern dein Hausaufgabenheft aus der Tasche gerutscht. Daher kannte ich deinen Namen.“

Er hatte also den Moment genutzt als ich zu versunken in seinen wunderschönen Augen war.

Ich wusste was ich am Freitag nach der Schule tun würde. Mit welcher Bahn ich nach Hause fahren würde.

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